06.01.2018

Unter dem Motto „Mach Dein Ding“ hat aktion luftsprung nun schon zum zweiten Mal Stipendien für Auszubildende und Studenten verliehen. Die Stiftung hatte im Jahr 2015 das Projekt luftsprung campus gestartet, bei dem fünf jungen chronisch erkrankten Talenten Stipendien im Gesamtwert von fast 30.000 EUR zur Verfügung gestellt werden, um ihnen während des Studiums finanzielle Entlastung zu bieten.

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Steckbrief

Name: Sara Grether

Alter: 27

Wohnort: Mannheim

Studium/Ausbildung: z.Z. Aufbaustudium, Psychologie M.Sc.

Berufsziel: M.Sc. Psychologin

Chronische Erkrankung: Rheumatische Erkrankung

Freizeit: Meine Australian Shephard Hündin, Spaziergänge in der Natur, Cardio

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Hallo zusammen! Kommt mit, ich möchte euch ein bisschen über mich erzählen und Euch einen Teil wichtiger Stationen meines Lebens zeigen.

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So fing alles an – das ist eines der ersten Bilder, welches von mir gemacht wurde und gleichzeitig auch das erste, welches meine Mutter einige Tage nach der Geburt in ihren Händen hielt, weil ich 20 Km von ihr entfernt war und sie nicht zu mir durfte. Hirnblutung und bds. Pneumothorax, die Prognose stand erstmal nicht gut. „Auf keinen Fall aufgeben“, das war schon damals mein Motto. Der Start war nicht einfach…

 

 

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Mitte der 2. Klasse wurde daher voreilig geschlussfolgert, dass eine Förderschule doch das Beste für so jemanden wie mich sei. Kurz vor dem Übertritt kam die Idee auf, ein paar psychometrische Tests zur Feststellung der objektiven Leistungsfähigkeit durch einen Schulpsychologen durchzuführen – Glück gehabt, verträumt, aber intellektuell vorne dabei… Durch einen Ortsumzug und Schulwechsel.

 

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Mitte der 4. Klasse geriet das alles allerdings in Vergessenheit und so ging mein Weg über die Hauptschule, zur Mittleren Reife, zum Abitur. Mitte 2017 machte ich meinen B.Sc. Psychologie an der Uni.

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Durch eine rheumatische Erkrankung, Operationen und weiteren einschneidende Ereignisse war dies alles nicht so einfach.

 

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Als Älteste von vier Kindern und einer schwer erkrankten, pflegebedürftigen, „alleinerziehenden“ Mutter musste ich schon früh Verantwortung übernehmen und so war ich bspw. meist die jüngste Anwesende bei Elternabenden meiner Geschwister und bei vielen anderen Dingen. Da ich selbst im soziokulturellen Existenzminimum aufgewachsen bin, weiß ich, dass aufgrund der Herkunft nicht jeder Förderung, soziale und persönliche Ressourcen erhält. So habe ich u.a. Kindern aus benachteiligten Familien Nachhilfe gegeben, damit auch sie die Chance haben, sich entfalten zu können und nicht voreilig in eine Schublade gesteckt werden.

Heute arbeite ich neben meinem Studium außerdem in einer psychiatrischen Klinik im Bereich der Neuropsychologie mit Kindern und Jugendlichen. Mir gibt es unheimlich viel zu sehen, wie sie sich entwickeln. Das Ende einer Behandlung bedeutet immer ein Abschied, der einerseits mit einem weinenden Auge, aber auch mit glücklichen Gesichtern (und anderen Präsenten) beschenkt wird.

Behinderung/ Erkrankung oder Herkunft sollte niemanden daran hindern, seine Möglichkeiten auszuschöpfen. Wer schwierige Aufgaben bewältigt, kann daran wachsen und stolz auf sich sein. Bei aktion Luftsprung habe ich die Gelegenheit, die Erfahrungen und Hürden meiner Biographie positiv zu nutzen.

Was die Zukunft mit sich bringt, wird sich zeigen, einen Plan habe ich jedenfalls 😉.

 

 

 

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