08.02.2020

Unter dem Motto „Mach Dein Ding“ hat aktion luftsprung zum vierten Mal Stipendien für Auszubildende und Studenten verliehen. Die Stiftung hatte im Jahr 2015 das Projekt luftsprung campus gestartet, um Studenten und Auszubildende während ihrer Ausbildung/Studium finanzielle Entlastung zu bieten. Gefördert werden Kandidaten, insbesondere mit systemischen chronischen Erkrankungen wie Mukoviszidose, Multiple Sklerose, chronische Darmerkrankungen oder chronische Rheumaerkrankungen, die mit hoher Leistungsbereitschaft, Engagement und einem Lebensweg, der nach dem Motto „auf keinen Fall aufgeben“ verlaufen ist. aktion luftsprung stellt in loser Reihenfolge die Stipendiaten der letzten Jahrgänge vor: Heute, Giuliana aus Hannover.

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Name: Giuliana Gabriela

Alter: 23 Jahre
Wohnort: Hannover
Studium/Ausbildung: Produktdesign/Industrialdesign (Bachelor) an der Hochschule Hannover, derzeit im Praxissemester

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Berufsziel: Ich möchte mich in absehbarer Zukunft gern Industrialdesignerin (mit Master) im Schwerpunktbereich des Medical- und Sportdesigns nennen können. Mein Traumjob wäre es im Bereich der Orthetik und Prothetik forschen und entwerfen zu können und durch meine Arbeit anderen Menschen mit Handicaps ein besseres Leben zu ermöglichen.

Chronische Erkrankung: Rheumatische Autoimmunerkrankung (undifferenzierte Kollagenose und Sjögren-Syndrom), ausgeprägte Thorakalskoliose, Bursa Iliotibialis rechts, multisegmentale Bandscheibenherniationen der LWS, Autoimmunthyreoiditis, Myalgien und Parästhesien

 

Freizeit: Tennis spielen, Inlineskaten oder Rennrad fahren, Yoga, Zeit mit meinem Hund Ally McBeal und meinem Pflegepferd verbringen, Zeit mit meinen lieben Freunden verbringen, Wellenreiten und seit neustem auch Indoor-Surfen auf einer stehenden Welle üben, alte Dinge restaurieren, Fotografie, Tücher oder Leinen für meinen Hund nähen, Bild 4_Giuliana GabrielaZeichnen oder mal ein Buch lesen, hin und wieder mein Spanisch verbessern, Reisen und die Welt entdecken sowie viel Freude am Leben haben – denn dies ist für mich die bester Medizin!

Anderen helfen: Seit meiner eigenen rheumatischen Diagnose engagiere ich mich intensiv für mehr Inklusion im Tennis, über den Tennisverband Niedersachsen- Bremen. In diesem Rahmen fahre ich mit dem Inklusionsmobil durch ganz Niedersachsen und gebe Workshops, Schnupperaktionen oder begleite Charity- Turniere oder leite als Referentin die internen Fortbildungen zu diesem Thema für den Tennisverband Niedersachsen-Bremen und das Zentrum für Hochschulsport Hannover.

Schon einige Jahre zuvor habe ich mit meiner Hündin Ally McBeal ehrenamtlich als „Begleithundeteam“ eine Demenz-Einrichtung der Diakonie besucht und dort immer eine gewisse Zeit mit den Bewohnern verbracht, um denen friedliche und erinnerungsreiche Momente im Beisein der Fellnase zu ermöglichen. Seit 2018 wird Ally McBeal nun auch durch einen mir ganz wichtigen Menschen zur „ehrenamtlichen“ Senior-Therapie-Begleithündin ausgebildet.

Bei aktion luftsprung möchte ich gerne ein Leuchtturm für andere Studierende mit Beeinträchtigungen sein, damit sich diese ermutigt fühlen können. Denn gerade trotz oder mit einer Erkrankung sollte jeder erfahren dürfen, dass man nicht aufzugeben braucht, sondern es das Leben noch viel lebenswerter macht, wenn man seinen Zielen und Träumen nachgeht!

Mach dein Ding: Ich habe mit meinen Erkrankungen gelernt, nie aufzugeben – sondern immer Schritt für Schritt weiter zu gehen. Auch wenn es manchmal im Alltag, in der Uni, bei der Arbeit oder den zahlreichen Arztterminen eine koordinative und planungsintensive Herausforderung ist, so sehe ich es einfach als meine persönliche Lebensaufgabe für meinen eigenen Körper. Ich lebe quasi täglich nach dem poetischen und aufbauenden Motto von Mahatma Gandhi: „Stärke wächst nicht aus körperlicher Kraft – vielmehr aus unbeugsamen Willen.“

Was ich mir immer schon mal gewünscht habe: Ich möchte so gerne mal nach Argentinien, Bali und Canada reisen, einfach um die Natur zu erkunden und die Kulturen zu erleben. Und einmal mit Delfinen schwimmen, wäre mein großer Wunsch. Zudem habe ich seit Kindheitstagen ein kleines Träumchen, in dem ich mir irgendwann mal in meiner zweiten Heimat auf Fuerteventura mein eigenes kleines Häuschen baue.

In den kommenden drei bis fünf Jahren möchte ich mir zudem meinen momentan sehnlichsten Wunsch erfüllen und einen zweiten Hund holen, welchen ich dann von Anfang an als professionellen Therapie-Begleithund oder als Assistenz-Hund ausbilden lasse.

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